Da der Student die Entlassungsdiagnose 'instabile emotionale Persönlichkeitsstörung, Borderline Typus' für nicht substantiviert gehalten habe, habe er sich nach der Entlassung mehrfach ärztlich bzw. nervenärztlich untersuchen lassen, wobei ihm geistige Gesundheit bescheinigt worden sei.
Sein Ersuchen um ein neutrales psychiatrisches Gutachten, das auch Bezug nehmen sollte zu jenen vermuteten Nachfolgeschäden - medikamentös sowie seelisch-traumatisch - liege begründet in laut Grundgesetz verbürgter Freiheit und Würde des Menschen - in seinem Fall missachtet.
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Panikartige Zustände kamen hinzu, diese jedoch aus folgendem Grund: Die jedes Detail seines Lebens überwachende, kontrollierende und kommentierende Großmutter verdächtigte ihn - wie wiederholt bereits in früheren Jahren - an einer Psychose zu leiden, z.T. einfach aus dem Grund, weil der Enkel 'schwierig' sei, i.e. immer wieder geneigt habe aufzubegehren u.a. gegen ihre Anordnungen. Ähnlich hatte seine Mutter Jahre zuvor die fixe Idee, ihr Sohn leide an einer 'unheilbaren Krankheit' und so habe er sich wiederholt unnützen ärztlichen Untersuchungen unterziehen müssen, da alle Untersuchungen negativ, i.e. ohne bestätigendes Ergebnis ausgegangen seien - was die Mutter allerdings in ihrer auf den Sohn projizierten Hypochondrie nicht akzeptieren konnte.
Die durch den 'Psychoterror' der Großmutter erzwungenen bzw. bewirkten ärztlichen Untersuchungen, dass der Enkel psychisch unauffällig sei, habe die Großmutter durch ein gewissermaßen eigenes 'Attest', dass dieser 'Enkel an einer Psychose leide, die bisher übersehen worden sei', postalisch an Behörden bzw. Ärzte geschickt.

Völlig in die Enge gedrängt und fast täglich in der Erwartung, es würde ein Krankenwagen oder Polizeiauto kommen und ihn abholen - zuletzt beim Tönen des Martinshorns Reißaus genommen in der Befürchtung, jetzt seien sie da um ihn abzuholen - habe er - auch unter der Vorstellung leidend, dass seine Angebetete, seine (platonische) Freundin, für ihn verloren sei, habe er - im August 97 - eine Überdosis Schlaftabletten genommen, da er erstens den Psychoterror der Großmutter, zweitens die gefürchtete Zwangseinlieferung in die 'Klapse' und die damit verbundenen Gewaltmaßnahmen medikamentöser und anderer Art (von seiner psychiatrisch behandelten Mutter her in Erinnerung) nicht mehr mit einem sinnvollen Leben vereinbaren konnte, drittens, auch der Weg, das Zufluchtsuchen zu seiner Freundin ihm versperrt schien.

Die Diagnose einer 'emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ' - gewissermaßen in einem Alter von 20 Jahren gestellt, in dem dem diese sich nach der Literatur (ICD 10, S. 211) großenteils erst zu entwickeln beginnen - kann der jetzige Untersucher nicht nachvollziehen, aus weiter oben dargelegten Gründen.